Mitteilung der GLP Fraktion zur Gemeinderatssitzung vom 02.02.2026

Medienmitteilung

Mitteilung der GLP Fraktion zur Gemeinderatssitzung vom 02.02.2026

Keine Extra-Hürden für Solaranlagen, gleichzeitig kein Solaranlagen-Ausbau auf öffentlichen Bauten

Aus grünliberaler Sicht waren heute vor allem drei Traktanden relevant:

  1. Die Verordnung zum ökologischen Ausgleich bei Bauvorhaben: Im Dilemma zwischen der Förderung von Solaranlagen und Förderung von Grünflächen auf Dächern entschied sich die GLP für die Solaranlagen. Die Fraktion unterstützte damit den Mehrheitsantrag der Raumplanungskommission. Dieser wurde mit 22 Stimmen genehmigt. Die zwei weiteren Anträge (formeller und sehr detaillierter Natur) wurden einstimmig ohne Diskussion genehmigt.
  2. Begründung der GLP-Interpellation «Koordination Grossbaustellen im Sinne der Stadtentwicklung ab 2026» durch GR Andreas Jörger. Er stellt die Interpellation in den Kontext der aktuellen Diskussion in der Bevölkerung und den Medien. Weiter erläutert er die beiden Stossrichtungen der Interpellation:  Einerseits will die GLP erfahren, wie die Stadt vor und während den Bauarbeiten seine Handlungsspielräume wahrnimmt, um die Bauaktivitäten für die Stadtbevölkerung und die Gewerbetreibenden erträglich zu machen. Andererseits stellt sich die Frage, ob und inwiefern die Stadt auf die Bauprojekte selber Einfluss nimmt, um die Stadt in die gewünschte Richtung weiterzuentwickeln. In den Bautätigkeiten steckt gleichzeitig eine grosse Chancen, nämlich die zukünftige Gestaltung der Stadt.
  3. Weiter wurde das Postulat, mit welchem Kompensationsmassnahen für den Ausfall der PV-Anlagen auf dem Schulhaus Ort geprüft werden soll und mit welchen, der Ausbau von PV-Anlagen auf öffentlichen Bauten  verstärkt werden sollte, vom Stadtrat nicht entgegen genommen. Wir verstehen den Stadtrat, dass er sich als den falschen Adressaten sieht. Die jetzige Mehrheit im Gemeinderat von SVP, FDP und Mitte ist gegen den Ausbau von PV Anlagen, nicht der Stadtrat. Der sieht sich hier nicht im Lead, dies zu ändern. Hingegen können die WählerInnen dies ändern indem bürgerliche WählerInnen die GLP wählen. Namens der GLP setzte sich GR Clemens Schroedter für die Überweisung des Postulates der Grünen ein auch um ein Zeichen zu setzen. Der Rat entschied mit14 Ja-Stimmen gegen 19 Nein-Stimmen das Postulat nicht zu überweisen. Die Stimmen der GLP konnten vorliegend nicht den Unterschied machen. Stattdessen zeigte die Mitte, dass sie weiterhin nicht bereit ist, ökologische Anliegen zu unterstützten. Es zeigt sich noch etwas anderes: Da liegt definitiv mehr drin! Es braucht mehr grünliberale Stimmen im Gemeinderat.

Votum GR Clemens Schroedter zum Traktandum 4: Weisung 26 vom 07.04.2025, Verordnung zum ökologischen Ausgleich bei Bauvorhaben (ÖAV)

Sehr geehrter Präsident, liebe Räte, geschätzte Presse und Anwesende,

Uns von der GLP sind Grünflächen wichtig, jedoch sehen wir lieber eine Solaranlage auf einem Dach als eine nicht effektive Dachbegrünung. Daher sind wir klar der Meinung dass mit einer Solaranlage mehr drin liegt fürs Portemonnaie und die Umwelt.

Daher sind wir für diesen Mehrheitsantrag und gegen den folgenden Minderheitsantrag.

Votum GR Clemens Schroedter zum Traktandum 5: Begründung des Postulats vom 10. November 2025 «Prüfung von Kompensationsmassnahmen für den Ausfall der PV-Anlage auf dem Schulhaus Ort und Verstärkung des Ausbaus von PV-Anlagen auf öffentlichen Bauten»

Sehr geehrter Präsident, liebe Räte, geschätzte Presse und Anwesende,

Wir von der GLP wollen uns erstmal bei den Grünen bedanken, dass sie das Thema nochmals aufgreifen. Auch für uns war es unbegreiflich, dass man diesen Budget Posten gestrichen hat.

Beim Thema Photovoltaik müssen wir aufhören, nur über die Kosten von heute zu sprechen, und stattdessen die Rechnung für morgen aufmachen. Wer hier spart, begeht faktisch einen finanziellen Mehrfachschaden an unserer Gemeinde.

Erstens lassen wir bares Geld in Form von Fördergeldern liegen, die uns zustehen, aber verfallen, wenn wir nicht handeln. Zweitens ist Sparen bei Solar bei einem Schulhaus schlicht unlogisch: Der Strombedarf fällt dort fast mehrheitlich am Tag an – exakt dann, wenn die Sonne liefert. Wenn wir diese Energie nicht selbst produzieren, kaufen wir sie für ein Vielfaches des Preises teuer ein. Das ist kein Sparen, das ist Geldverbrennung.

Zudem ist dies eine bewusste Entscheidung für unsere Unabhängigkeit. Eine Investition in Solaranlagen ist ein Auftrag für unser regionales Handwerk. Das Geld bleibt im Dorf und im Kanton.

Durch die seit diesem Jahr möglichen «Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften» – LEG, ergeben sich weitere sehr interessante Optionen. Der Strom kann irgendwo im Ort verbraucht werden.

Es ist an der Zeit, dass wir als Gemeinde realistische Weitsicht beweisen. Investieren wir jetzt sinnvoll, statt später teuer für unsere Zögerlichkeit zu bezahlen.

Daher stimmt die GLP mit Überzeugung und Freude für die Überweisung des Postulats.

Votum GR Andreas Jörger zum Traktandum 6: Begründung der Interpellation vom 7. Januar 2026 «Koordination Grossbaustellen im Sinne der Stadtentwicklung ab 2026»

Sehr geehrter Herr Präsident

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen beider Räte

Geschätzte Anwesende

 Die Interpellation war schon länger in Vorbereitung, hat aber in den letzten Wochen weitere Aktualität erhalten. In den Medien war zu lesen, dass eine Bäckerei offenbar seinen Betrieb nicht zuletzt wegen der unglücklichen Kombination aus der grösseren Baustelle Gessner Areal und der Fernwärme aufgeben bzw. verlegen musste. Der genaue Sachverhalt ist uns nicht bekannt. Es zeigt sich aber, dass grössere Baustellen nicht ohne Wirkung bleiben. Diverse Gewerbebetriebe berichten von negativen Auswirkungen. Die Baustellen sind zuweilen nicht nur für passionierte Autofahrende ein Ärgernis. Sondern gerade auch der Langsamverkehr wird durch sehr enge Umleitungen und schlechte Signalisation behindert.

 Baustellen gehören zum Alltag einer Stadt und sind per se nichts Besonderes. Auch ist hinlänglich bekannt, dass diese Auswirkungen haben und dass ein gewisses Mass an Immissionen zu akzeptieren sind. Vorliegend zeichnet sich jedoch ab, dass Wädenswil auf eine spezielle Situation zusteuert bzw. sich schon darin befindet und wir Grünliberalen stellen uns die Frage, ob die Stadt dies ebenfalls realisiert und vorsorglich die notwendigen Vorkehrungen getroffen hat.

 Die Tatsache, dass sich gemäss Wädenswiler Anzeiger vom Januar 2026 offenbar die direkt betroffenen Eigentümer und Gewerbetreibenden an den Stadtrat wenden mussten, um Verbesserungen zu erzielen, deutet jedoch darauf hin, dass dies in der Vergangenheit nicht der Fall gewesen war. Wäre eine solche Aktion bei einem sorgfältigen Vorgehen seitens der Stadt wohl gar nicht eingetreten. Die Stadt dürfte diesbezüglich mindestens in zweierleier Hinsicht in der Pflicht stehen. Einerseits bei der Koordination ihrer eigenen Projekte (insbesondere der Umsetzung des Fernwärmenetzes und der damit verbundenen weiteren Tiefbauprojekte). Andererseits bei der Bewilligung und Baufreigabe von grossen und kleinen privaten Bauprojekte, wobei den kleinen Bauprojekte durch den «Baustau» aufgrund der bevorstehenden Inkraftsetzung der neuen BZO ausnahmsweise auch eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken ist, weil sie in ihrer Gesamtheit ähnliche negative Wirkungen entfalten können.

 Die Interpellation hat vor allem zwei Stossrichtungen:

  • Einerseits will die GLP erfahren, wie die Stadt vor und während den Bauarbeiten seine Handlungsspielräume wahrnimmt, um die Bauaktivitäten für die Stadtbevölkerung und die Gewerbetreibenden erträglich zu machen;
  • Andererseits stellt sich die Frage, ob und inwiefern die Stadt auf die Bauprojekte selber Einfluss nimmt, um die Stadt in die gewünschte Richtung weiterzuentwickeln. In den Bautätigkeiten steckt gleichzeitig eine grosse Chancen, nämlich die zukünftige Gestaltung der Stadt.

 Wir sind der Meinung, dass die Wädenswiler Bevölkerung die Beantwortung unserer Fragen durch den Stadtrat verdient und dass damit derzeit kursierende Unsicherheiten und Befürchtungen entgegen gewirkt werden kann. Denn eine frühzeitige und transparente Kommunikation dürfte, nebst der Koordination, ein Schlüsselelement darstellen. Die Grünliberale Partei Wädenswil ist der Auffassung, da liegt mehr drin! Wir sind gespannt und danken dem Stadtrat bereits jetzt für die Beantwortung der Fragen.